IGS Linden brandheiß

Die Radiojournalistinnen Kaija und Tabea (11.2) haben euch ein Radiospecial zur Coronakrise und der Schule eingespielt – inklusive Infoteil und interessanten Hörerfragen (wie steht es eigentlich mit der Versetzung in diesem Schuljahr, wenn es notentechnisch nicht so rund lief, bisher??)


Corona in Tansania

– über die Natiro Secondary School und ihre Lage –

von Amelie

Unsere Partnerschule, die Natiro Secondary School, liegt im Osten Afrikas, in Tansania, auf einem Plateau. Das Schuljahr hat im Januar begonnen, das heißt, eigentlich wären sie gerade mitten drinnen. Aber so ist es nicht. Ebenso wenig wie bei uns in Deutschland. Den Corona-Umständen entsprechend haben die Lehrer*innen der Natiro im Moment alle Hände voll zu tun und wenig Zeit, sodass ich mich, statt mit ihnen, mit Hans-Walter Dreimann, einem ehemaligen Lehrer der IGS Linden unterhalten habe, der in engem Kontakt mit unserer Partnerschule steht. Natürlich alles am Telefon. Er war dabei, als vor ca. 10 Jahren die ersten Kontakte mit der Natiro Secondary School geknüpft wurden und setzt sich noch immer für die Aufrechterhaltung der Partnerschaft und Unterstützungen ein. Er beschreibt die Lage der Lehrer*innen und Schüler*innen an der Natiro und erzählt etwas über den Umgang mit Corona in Tansania.

Hierzu sollte man wissen, dass der erste bekannte Corona-Fall in dem ostafrikanischen Land am 16. März gemeldet wurde. Nach nur kurzer Zeit handelte das Land, indem es Schulen, Unis und Kindergärten schloss, Massenveranstaltungen verbot, die Grenzen verriegelte und bei Einreise auf 14 Tage Quarantäne bestand. So berichtete der Spiegel. ( https://www.spiegel.de/consent-a- ) Aber obwohl der tansanische Präsident John Magufuli diese Einschränkungen anordnete, ließ er Märkte weiterhin stattfinden und auch religiöse Einrichtungen öffnen. ( https://www.vorwaerts.de ) berichtet, er räume dem Glauben eine zentrale Rolle in der Bekämpfung des Virus‘ ein und rufe dazu auf, in religiösen Einrichtungen um Gottes Hilfe zu beten. Magufuli lässt nun aus Madagasker ein Teegetränk einfliegen, das von dem Land angepriesen wurde, gegen Corona zu wirken, und zu dem bereits einige weitere afrikanische Länder griffen. Eine tatsächliche Wirkung ist allerdings nicht bestätigt.

Berichte von Hans-Walter Dreimann:

Wie die Natiro Secondary School den Schulausfall kompensiert

Auch die Natiro Secondary School macht gewissermaßen Homeschooling. Hierbei bekommen die Schüler*innen über Whatsapp Aufgaben zugeschickt. Es ist bloß nicht so einfach, wie in Deutschland. Zwar besitzen die meisten ein Handy, doch normalerweise wird dieses nur zum Versenden von etwa kurzen Nachrichten benutzt. Also nicht in solch großem Ausmaß.

Die Prepaid-Karten, die die Handybenutzung ermöglichen, sind teuer und jeder muss sie für sich selbst bezahlen. Sowohl Schüler*innen als auch Lehrer. Das ist ein Problem.

Die Situation der Lehrer*innen an der Natiro und wie sie sich selbst finanzieren müssen

Denn die Lehrer*innen der Natiro Secondary School erhalten keinerlei Unterstützung vom Staat. Und das, obwohl bereits eine Anfrage getätigt wurde. Die Schule ist allerdings auch keine staatliche, sondern eine privat kirchliche Schule. Wobei Privatschule in Tansania etwas anderes bedeutet als in Deutschland. Die staatlichen Schulen wären einfach zu wenige, also haben sich welche auf eigene Faust gegründet. Etwa 7000 der tansanischen Schüler*innen gehen auf Privatschulen. So viele, wie es sich leisten können. Da die Schule bis auf Weiteres geschlossen ist und die Eltern deswegen kein Geld bezahlen müssen, sind die Lehrer*innen dazu genötigt, sich anderweitig selbst zu finanzieren. Viele haben noch einen kleinen Bauernhof, ein paar Tiere. Dann versucht man, etwas zu verkaufen. Einen Teil seiner kleinen Ernte, Milch von den Tieren oder dergleichen. Denn schon unter normalen Umständen verdient ein*e Lehrer*in in Tansania umgerechnet nur etwa 350 € im Monat. Deutlich weniger also als in Deutschland. Selbst, wenn die Preise dort etwas günstiger sind.

„Ugali“, die Maispampe

Seit Dezember ist Emanuel der neue Schulleiter der Natiro Secondary School. Er versucht, so viel Geld wie möglich einzusparen. Beispielsweise legt er Plantagen für u.a. Bananen an, um die Mahlzeiten abwechslungsreicher zu gestalten. Normalerweise wird nämlich meist „Ugali“ gegessen. Ein Grundnahrungsmittel aus gekochtem Maismehl. Es hat etwa die gleiche Konsistenz wie Kartoffelbrei und man würde es vielleicht als „Pampe“ bezeichnen.

Für das Maismehl will er außerdem Tanks anlegen, um größere Mengen lagern zu können und so nicht mehr allzusehr von den teils schwankenden Preisen abhängig zu sein. Allerdings sind diese Tanks teuer, da sie dicht sein und Schädlinge abhalten müssen. Eine kleine Summe des Ertrags vom Sponsorenlauf wurde daher zu ihnen beigesteuert und auch bei den Plantagen wurde durch einen kleinen Teil geholfen.

Die Hygiene und Krankenversorgung

In der Umgebung um die Natiro Secondary School herum ist es ziemlich ländlich. In den Städten sieht es wohl noch etwas anders aus, aber dort gibt es kein fließend Wasser. Dieses muss von einer Wasserstelle hergetragen werden. Generell ist es üblich, sich vor dem Essen die Hände zu waschen. Auch schon vor Corona. Auch Seife kann man noch relativ einfach bekommen, aber Desinfektionsmittel sind für die meisten zu teuer und auch Nase-Mund-Masken sind nicht leicht zu bekommen.

In Tansania gibt es recht viele Krankenhäuser und auch eine grundlegende Krankenversicherung. Aber bei schwerwiegenderen Dingen wie Operationen zahlt sie nicht. Und auch wenn man sich mit dem Coronavirus infiziert hätte und auf eine tiefgreifendere Behandlung oder eine Beatmungshilfe angewiesen wäre, müsste man dies selbst finanzieren.

Dicht zusammen

Dadurch, dass die Schlafsäle (gerade bei den Jungen) sehr eng und auch die Klassenräume recht klein sind, was im Zusammenhang mit dem Geldmangel auch nach sich zieht, dass sich manchmal sogar zwei Schüler*innen einen Stuhl teilen müssen, ist nicht klar, ob bald eine schrittweise Öffnung der Schule möglich ist.

Ein großes Dankeschön nochmal an Hans-Walter Dreimann für die vielen Informationen!

Also, fragt der flurfunken… Könnten wir als Schule nicht noch etwas tun? Prepaid-Karten sammeln, damit das Lernen in dieser Situation einfacher wird oder eine weitere Spendenaktion für Tische, Stühle oder die Unterstützung der Lehrer*innen… Oder uns jetzt einfach bewusst sein, wie es unserer Partnerschule gerade geht und ihnen ein paar Gedanken schenken.


Die Rap-AG

Wenn ihr wissen wollt, aus wem die Rap-AG „IGS Allstars“ besteht, solltet ihr euch unbedingt ihr eigens komponiertes Debüt-Lied „Wer wir sind“ anhören!


Einmal die Woche haben sich die Mitglieder und ihr AG-Leiter Kai (Brisk Fingaz) und Bene (MB1000) getroffen und an ihren Songs gearbeitet. Mit viel Mühe und Leidenschaft sind so bisher drei Musikstücke entstanden, die alle auch bei Youtube verfügbar sind. Liken, kommentieren, Glöckchen klicken!

Corona-Interview mit Mathis (8c)

von Amelie

Wenn man sich in einer solchen Zeit wie dieser andere Meinungen einholen will, muss man auf persönlichen Kontakt verzichten. Darum fand dieses Interview per Whatsapp statt.

flurfunken (ff): War es für dich schwer, dir den bisher aufgegebenen Lernstoff eigenständig zu erschließen? Bei wem hast du dir in diesem Fall Hilfe gesucht?

Mathis: Es war nicht immer ganz einfach, weil wir in manchen Fächern mit dem Thema noch nichts zu tun hatten. Wenn ich was nicht verstanden habe, bin ich meistens zu meinem Bruder aus der 10. Klasse gegangen und habe ihn gefragt.

ff: Wie stehst du zu der langen Zeit ohne Schulaufenthalt? Freust du dich oder siehst du das eher kritisch?

Mathis: Die Gefühle sind gemischt. Es ist schon cool, dass man nicht jeden Tag so früh aufstehen muss. Ich finde es aber auch irgendwie doof, weil mir das Lernen mit Lehrern einfacher fällt. Außerdem ist es auch so, dass mir meine Klasse fehlt.

ff: Bist du mit deinen Klassenkameraden/Klassenkameradinnen in dieser Zeit viel in Kontakt?

Mathis: Leider nicht, weil wir nicht zur gleichen Zeit können. Das einzige, wo man sich sieht, ist bei Videokonferenzen von Lehrern.

ff: Hast du Tipps, den Tag trotz der Einschränkungen abwechslungsreich zu gestalten?

Mathis: Ich bin viel mit meinem kleinen Bruder im Garten. Außerdem mache ich viel Musik.

ff: Schaust du im Zusammenhang mit der Corona-Krise oft Nachrichten oder liest Zeitung?

Wenn ja, warum? Wenn nein, warum?

Mathis: Ja, mache ich, aber das habe ich schon seit langem gemacht. Einer der Gründe war immer, dass ich wissen wollte, was so los ist.

ff: Denkst du, man kann aus dieser Zeit auch etwas lernen?

Mathis: Ich glaube, dass unsere Generation jetzt lernt, was Freiheit ist und auch mal merkt, dass nicht alles selbstverständlich ist.

ff: Man hat ja von Personen gehört, die sich in ihrer Freiheit so stark eingeschränkt sahen (denen die Auflagen zu viele waren), dass sie Demonstrationen organisierten. Wärst du jemand, der mit protestieren würde?

Mathis: Nein!!! Ich finde es in dieser Situation unangebracht, da es um unsere Gesundheit geht. Ich finde auch, dass das nicht geht, weil wir eine Gesellschaft sind und zusammenhalten müssen.

ff: Hast du Ostern gefeiert? Wenn ja, hast du das anders als zu den bisherigen Malen gemacht?

Mathis: Eigentlich feiern wir Ostern mit Kirche und Tante & Onkel besuchen. Dieses Jahr waren wir nur kurz in der Kirche und haben uns dann einen schönen Tag gemacht.

ff: Hast du in der Corona-Zeit etwas Verrücktes oder Besonderes gemacht? Im Internet kursieren ja viele „inspirierende“ Videos.

Mathis: Naja, ich habe da so ein Projekt mit der Band laufen. Es gibt ja bei uns an der Schule dieses Projekt (Leben in Zeiten von Corona) und wir als Band haben uns gedacht, wir mischen mit und nehmen einen Song auf.

ff: Möchtest du gerne noch etwas sagen oder durch die Schüerzeitung an die Schüler*innen vermitteln?

Mathis: Seid kreativ und nutzt die Zeit zu Hause für irgendwas, was ihr schon immer machen wolltet!

ff: Das hört sich gut an! Danke, Mathis, für das Interview.

Schul- & Kult-Festausfall

Von Amelie

Erst kürzlich schrieben wir hier die Vorankündigung für das Kult-Fest. Jetzt schreiben wir über die Absage desselben am 24.03.2020.

Vorerst soll das Kult-Fest auf Grund der Risiken des Coronavirus‘ nicht stattfinden. Jedoch lassen die Organisator*innen nichts unversucht, einen Ersatztermin zu finden, damit die Vorbereitungen nicht umsonst waren, so Frau Reh und Herr Schütz. Des Weiteren seien die Risiken einer kurzfristigen Absage von Seiten der Behörden zu groß und außerdem nicht absehbar, ob überhaupt genügend Besucher*innen gekommen wären, so Peter Schütz in seiner Info-Mail.

So kann man nur hoffen, dass das Kult-Fest nachgeholt wird, denn es ist eines der wenigen Schulfeste, durch das die Schule gewisser Weise vernetzt wird, da zu sehen ist, was außerhalb des Unterrichts geschieht. Vielleicht gibt es so etwas viel zu wenig und ein Nichtstattfinden wäre umso einschneidender…

Denn dass es verschoben hätte werden müssen, ist spätestens seit letztem Freitag (13.03.2020) klar, als der Schulausfall für die nächsten 2 Wochen vor den Osterferien verkündet wurde und voraussichtlich bis zum 20.04.2020 anhalten soll. Es scheint, auch uns erreiche nun die Ausnahmesituation. Bislang hörte man viel in den Nachrichten, doch jetzt ist man selbst betroffen -nicht vielleicht von der Krankheit, sondern von ihren Auswirkungen-. Das Wort, das meiner Meinung nach dieses Gefühl am besten beschreibt, lautet: „surreal“.

Schließlich sind viele es nicht gewohnt, mit etwas umzugehen, das einem anfangs noch weit weg vorkam, doch plötzlich Auswirkungen auf das eigene Leben hat. Doch vielleicht ist diese Schutzmaßnahme notwendig, ist das Beste. Dazu haben wir hier einige Schüler*innen befragt.

ff (flurfunken): Was hältst du von der radikalen Reaktion auf den Virus?

Mattis, 8f: Ich finde es okay, aber die Länge kommt mir etwas übertrieben vor. Ich denke aber, die Schulen zu schließen, hilft bei der Eindämmung des Virus‘.

Luam, 7e: Es ist schlecht, wenn ein Mensch das hat, also ist die Reaktion gut. Mir gefallen die langen Ferien.

ff: Welche Maßnahmen hast du selbst schon im Hinblick auf den Virus getroffen?

Mattis, 8f: Ich wasche mir öfter die Hände und achte mehr darauf, was ich, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, anfasse.

Luam, 7e: Ich desinfiziere mir oft die Hände. Es gab kein Spray mehr zu kaufen, also habe ich meinen Lehrer gefragt, der NW unterrichtet hat. Der hat mir dann welches selbst gemacht.

Luam, Tyrice, Leyla, 7e: Wir waschen uns öfter die Hände.

Etwas, was für alle Ausnahmesituationen gilt, ist meiner Meinung nach aber, dass man Respekt haben, bedächtiger als sonst, aber keines Wegs hysterisch werden sollte.

Das Kult-Fest

Von Amelie

Das Kult-Fest ist eine DER großen Veranstaltungen der IGS-Linden, die schon bald, am 24.03.2020, wieder stattfindet. Hierbei treten aus den verschiedensten Bereichen Schüler*innen der Schule auf oder stellen etwas vor. Darunter sind Tanz, Musik, Kurzfilme und vieles mehr zu finden.

Das Kult-Fest, auch bekannt unter dem vorherigen Namen „Hüben & Drüben“, was sich auf die 2 Bühnen im großen und kleinen Haus bezog, doch im Sinne von frischem Wind umbenannt wurde, beginnt diesen Jahres um 18:30 Uhr und alle sind herzlich eingeladen, denn trotz der Namensänderung gilt: „vielfältiges Programm auf und zwischen den Bühnen!“

Tag der offenen Tür im Schatten des Corona-Virus?

Von Nele und Anouk

Heute, am 6. März 2020, während sich in der Welt das Corona-Virus immer weiter ausbreitet, findet in der IGS Linden der Tag der offenen Tür statt. Wir sind live dabei und beobachten die angespannte Lage. Uns fällt auf, dass die Leute vermehrt darauf achten sich die Hände zu waschen. Der Papierkorb auf den Toiletten ist schon zu Beginn des Tages fast überfüllt, was aber auch daran liegt, dass die Türklinken nur noch mit Papiertüchern angefasst werden. Der Mensabereich ist wie leergefegt und dort wo Essen ausgegeben wird, wird ganz besonders auf Hygiene geachtet. Wir zum Beispiel geben unsere „flurfunken“-Kekse nur noch unter Verwendung eines Löffels heraus.

Florian G., der maßgeblich an der Organisation dieses Tages beteiligt ist, versucht die Ängste zu mindern, als wir ihn fragen, ob er Auswirkungen des Corona-Virus auf den Tag der offenen Tür spürt: „Im Gegenteil, es ist sogar voller als die letzten Jahre. Das hat aber wahrscheinlich auch damit zu tun, dass mehrere Schulen ihren Tag der offenen Tür aufgrund des Virus‘ abgesagt haben.“


Wandel muss sichtbar sein – Fotoausstellung

Von Anouk und Nele

Vom 13. Februar bis zum 15. April 2020 befindet sich eine Fotoausstellung zu der, von Schüler*innen der IGS-Linden organisierten, Aktion “Wandel muss sichtbar sein“ im Café Allerlei. Das Café Allerlei ist im Allerweg in Linden-Süd. Unter dem Motto „Wandel muss sichtbar sein“ trafen wir, die IGS-Linden, uns am 11. Dezember 2019 um eine riesige Menschenkette durch Linden zu bilden. Dies klappte allerdings nicht ganz so wie geplant und das Wetter hat leider auch nicht mitgespielt. Trotzdem haben wir es geschafft, eine Kette vom Lindener Marktplatz bis zum Küchengarten zu bilden, bei der die Schüler*innen eine eigene Lichtquelle und zum Teil auch Plakate und Banner bei sich trugen. Mit der Aktion wollten wir auf die aktuelle Klima- und Umweltproblematik aufmerksam machen, da die Politik viel zu wenig unternimmt und ein eigenes Zeichen für unsere Zukunft setzen.

Am 13. Februar fand im Café Allerlei die Ausstellungseröffnung statt bei der wir dabei waren. Dort sind Fotos von Fabian Dunst, Lino Blume, Sam Green und Can Enis Bekfila Vloglu ausgestellt, die Eindrücke von der Lichterkette wiedergeben. Die Ausstellung wurde wie die Aktion auch von Schüler*innen organisiert. Anwesend waren die Schulleitung, einige interessierte Lehrer*innen und Schüler*innen, Freunde und Verwandte. Die Veranstalter hielten Reden und es gab Sekt, Wein und Snacks.


Hättest du mitgemacht?

Von Anouk und Nele

Dieses Jahr führt die Theater-AG eine eigene Interpretation des auf Tatsachen beruhenden Romans „Die Welle“ auf, welches sie auf drei Szenen aufteilen. Während sich die Schauspieler mit dem Publikum über das Faust-Gelände bewegen, wird es mit aktuellen Themen und Problematiken, wie Faschismus, Gruppenzwang und dem Mitläufereffekt konfrontiert. In dem Stück spielt nicht nur die Theater-AG, in der sich Schüler von der 5. bis zur 13. Klasse befinden, mit, sondern auch der Oberstufenchor. Die Premiere wird voraussichtlich am 17. Juni stattfinden.

Am 13. Januar 2020 durften wir ihnen einen Besuch abstatten und haben ihnen beim Proben zugesehen. Als erstes haben die Schüler kleine Übungsszenen vorgetragen, die sie zuvor in Kleingruppen eingeübt hatten. Die Übungen sollen dem Zweck der Sprachausbildung und der Übung des Vortrages dienen.

Am Ende haben sie die erste Szene des Theaterstücks im improvisierten Klassenzimmer vorgestellt. Daraufhin entstand eine angeregte Diskussion mit vielen kreativen Ideen, um die Szene weiter auszubauen. Die älteren Schüler leiteten an und unterstützen die jüngeren, indem sie ihnen Tipps gaben.

Unser Eindruck ist, dass Schüler unterschiedlichster Altersgruppen motiviert dabei sind und Respekt vor den Anderen zeigen, wenn diese vortragen. Die Atmosphäre hier ist sehr entspannt und trotzdem sind die Schüler interessiert und mit Spaß dabei. Der große Altersunterschied spielt keine Rolle.


Das France-Mobil

von Amelie

An der Tafel in der Aula ist eine Frankreich- Deutschlandkarte angebracht und Cécile, die 23-jährige Vertreterin des „France-Mobils“ (Frankreich-Mobil), schreibt französische Sätze an das White-board, welche die typischen ersten Informationen enthalten. „Ich heiße…“, „Ich wohne in…“, „Ich bin… Jahre alt.“ und so weiter. Das France-Mobil besteht aus 12 Franzosen und Fransösinnen, die an deutschen Schulen die Sprache vorstellen. Zu uns wurde es geordert, da im letzten Jahr kein einziger Französischkurs im sechsten Jahrgang zu Stande gekommen ist. Unter anderem lag dies auch daran, dass zu besagtem Jahrgang überwiegend Spanischlehrer*innen zählen, und wahrscheinlich die französischen Vertreter*innen fehlten, um die Sprache anzupreisen… Um dort Initiative zu ergreifen, ist also Cécile von eben diesem France-Mobil engagiert worden, um die Sprache nahezubringen und um sie zu werben.

Vor der Tafel ist ein großer Dreiviertelkreis, wie sie sagt, aufgebaut, der in der Mitte genug Platz für ihr Programm bietet. Nun füllt sich der „Stuhldreiviertelkreis“ mit Schüler*innen des 5. Jahrgangs.

Cécile begrüßt sie auf Französisch und beginnt gut gelaunt, sich auf der fremden Sprache vorzustellen. So fremd ist sie allerdings gar nicht, denn den Großteil können die Zuhörer verstehen! Gerade, weil sie ihr Gesagtes mit Gesten untermalt und bei fragenden Gesichtern auch wiederholt. Cécile spricht hervorragend Deutsch, lernte die Sprache in der Schule, und nahm an Austauschprogrammen teil, doch hier kommt nur Französisch über ihre Lippen. Trotzdem bricht der Kontakt mit den Schüler*innen nie ab!

Mit zwei Spielen zeigt sie, wie viel Französisch man schon verstehen kann, obwohl einige bislang gar keinen Kontakt mit der Sprache hatten. Auch französische Musik begleitet dies. Hierbei zeigt sich, dass wir viel mehr verstehen, als gedacht, weil wir alle Menschen sind.

Bei einem der Spiele darf ich mitmachen, damit die zwei Teams die selbe Anzahl messen. In der Mitte des Dreiviertelkreises liegen laminierte Karten, bedruckt mit französischen Worten, die dem Deutschen ähneln. Zum Beispiel: „l’orange“- die Orange, „la guitar“- die Gitarre, „le parc“- der Park. Dazu findet sich auch ein passendes Bild, doch dieses gilt es zu finden. Es ist ein Memory-Spiel auf Zeit, bei dem das Team gewinnt, in dem zuerst jede*r ein passendes Paar in den Händen hält. Alle sind dabei und machen mit!

Am Ende steigt Cécile doch auf’s Deutsche um, damit alle wirklich verstehen, was sie noch zu sagen hat. Sie ermutigt zum Erlernen einer Fremdsprache, egal welcher. Spaß solle es machen, dann sei es nicht so schwer.

Jetzt gibt es noch eine Kommentar- und Fragerunde mit Fronçois, dem Handpuppenfrosch. Viele Fragen fanden sich zwar nicht, aber den meisten scheint es gefallen zu haben. Wer sich jedoch im kommenden Jahr für die Fremdsprache Französisch entscheidet, liegt noch im Dunkeln. Man darf aber hoffen, denn eine Vielfalt an Sprachen bringt auch eine Vielfalt an Kultur mit sich. Vielleicht gefällt die Sprache ja sogar so gut, dass nächstes Jahr ein „Spanisch-Mobil“ besorgt werden muss…

Später stelle ich Cécile noch ein paar Fragen. Ich darf sie duzen.

Ich erkundige mich, wie sie zu dem Projekt France-Mobil gekommen ist und sie antwortet, sie habe schon immer etwas mit den beiden Sprachen machen wollen. Da sie allerdings nach einem kurzzeitigen Projekt gesucht habe, weil sie sich nach dem Sommer ihrer Weiterbildung widmen wolle, habe das France-Mobil vom 1. September bis zum Sommer diesen Jahres gut gepasst.

Auf meine Frage, was ihr daran am meisten Spaß macht, sagt sie, dass sie von ihren Erfahrungen mit den deutsch-französischen Austauschprojekten wirklich begeistert gewesen sei und dies weiterempfehlen und ermutigen wolle, dabei mitzumachen.


Die Redaktion bekommt zu ihrer alljährlichen Weihnachtsfeier Besuch von den Schülerzeitungsveteranen Linus und Harrie.
Wir wünschen allen besinnliche Festtage!

Besuch aus Tansania – im Interview mit Redakteurin Amelie

v.l.n.r.: Haika Kisanga, Amelie Rode, Filbert Foya

Schon seit 2009 sind die Natiro Secondary School in Tansania und die IGS Linden Partnerschulen. Erst vor Kurzem hat unsere Schule einen Sponsorenlauf veranstaltet, dessen Einträge u.a. die Umstellung von Kohleenergie auf Gas in der Natiro Sec. School finanzieren soll.

Doch dies war nicht der Erste. Während der inzwischen 10-jährigen Partnerschaft wurden bereits zwei weitere Sponsorenläufe organisiert. Die beiden Schulen machen es möglich, an Austauschen teilzunehmen und an der IGS Linden kann man sich im Rahmen der Tansania-AG mit der Kultur des Landes befassen. Einige Lehrer und eine Lehrerin der Natiro Sec. School waren kürzlich zu Besuch. Sie konnten sich in den ca. zwei Wochen ihres Aufenthalts unter anderem ein Bild von unserer Schule sowie einigen Einrichtungen des öffentlichen Lebens im Umkreis machen.

Filbert Foya, einen der Lehrer aus Tansania, konnte ich für ein Interview gewinnen. Er unterrichtet dort Sport.

Ist die Schulbildung in Tansania gratis oder muss dafür bezahlt werden?
Es gibt zwei Schulsysteme. Für Privatschulen muss alles aus eigener Tasche bezahlt werden, bei den öffentlichen Schulen hingegen bloß ein kleiner Teil. Den Rest trägt der Staat.

Wie viele Schüler*innen besuchen die Natiro Secondary School?
Es sind ca. 260. Die IGS ist viel größer als die Natiro Secondary School.

Wie alt sind die Schüler*innen der Natiro Secondary School?
Sie sind zwischen 13 und 18 Jahren alt. Manchmal kommen sie zur Schule, wenn sie schon 14 sind, manchmal mit 13. Das ist ungefähr die Spannweite.
Anm.: Manchmal setzen die Schüler*innen auch für ein Jahr aus, um sich ihr Schulgeld zu erarbeiten. Deshalb sind in manchen Klassen größere Altersunterschiede.

Haben Sie Unterschiede zwischen Schule in Deutschland und Tansania bemerkt?
Ja! Gerade in der Unterrichtsweise. Die deutschen Schüler*innen sind entspannter und haben mehr Freiheiten. Außerdem kann im deutschen Unterricht jeder seine Meinung zum Thema äußern. In unserer Schule geht das nur bei ca. 50%. Die Klassen sind zu groß, als dass jeder drankommen könnte. Zu einer Klasse gehören mindestens 45 Kinder. Manchmal bis zu 60.
Aber die Klassen müssen so groß sein. Wir sind zu wenige Lehrer, ungefähr 13, und mehr Personal kostet auch mehr.

Hat die Natiro Secondary School auch eine Schülerzeitung?
Schüler*innen können Nachrichten rund um die Schule verfassen und sie dann im Flur aushängen. So kann sie jeder sehen. Oft ist es sehr interessant!

Wie sieht es mit der Meinungsfreiheit in Tansania aus?
Der Präsident ist sehr strikt. Auf den Straßen laufen häufig „Securities“ in zivil herum. Man erkennt sie also nicht. Teilweise nehmen sie die Gespräche auf.
Manches darf man sagen, manches lieber nicht. Die Hälfte der Bevölkerung akzeptiert das System, die andere Hälfte nicht. Einige sagen, er sei ein Diktator, andere nicht. Das ist so fifty fifty…

Was waren Ihre Gründe, Lehrer zu werden?
Zuerst wollte ich Arzt werden, war aber nicht wirklich gut in den wichtigen Fächern. Meine Lehrer haben meine Liebe zu Physik zerstört! Ich kann mir nicht erklären, wieso. Einige Lehrer*innen sind so unfreundlich zu Schüler*innen. Also wollte ich wenigstens andere Schüler*innen bei der Verwirklichung ihrer Träume unterstützen.
Wenn ich einen Schüler oder eine Schülerin sehe, denke ich: „Hey, das könnte mal ein Arzt/eine Ärztin, Ein Lehrer/eine Lehrerin oder ein Wissenschaftler/eine Wissenschaftlerin werden.“
Ich sehe dann die Zukunft der Schüler*innen!

Haben Sie eine Message für die Schüler*innen dieser Schule?
Ihr seid willkommen in unserer Schule in Tansania!
Es ist sehr spannend, andere Länder, nicht nur Deutschland oder Europa zu kennen. Es gibt so viel Vielfalt und Unterschiede.
In Deutschland sind Infrastruktur und Verkehrsnetz beispielsweise ziemlich gut.
Aber es gibt auch andere Situationen in anderen Ländern…


Die Oberstufenreform kommt!

Die Oberstufenreform. Viele Lehrer*innen sprechen oftmals über diesogenannte Oberstufenreform, aber was ist das eigentlich?

Vereinfacht gesagt, beinhaltet die Oberstufenreform einigeVeränderung, was die Oberstufe angeht. Damit ihr ausreichend über dieseÄnderung informiert seid, klären wir euch in diesem Artikel auf, was sichbereits im letzten Schuljahr (2017/18) geändert hat, was sich in diesemSchuljahr (2018/19) und was sich im nächsten Schuljahr (2019/20) an der Oberstufe ändert wird.

Dabei erklären wir auch konkret, was sich in der Einstiegsphase(Jahrgang 11) und in der Qualifikationsphase (Jahrgänge 12 und 13) geändert hatund noch ändern wird.

Schuljahr 2017/18:

Im letzten Schuljahr hat es nur Änderungen für die Qualifikationsphasegegeben.

Ab sofort muss man in Klasse 13 jeweils nur noch eine Klausur proSemester in den Prüfungsfächern schreiben. Somit schreibt man in Klasse 13 inden Prüfungsfächern nur noch zwei statt drei Klausuren.

Die zweite Änderung betrifft das Erdkunde-Profil. Zukünftig müssen dieSchüler*innen des Erdkunde-Profils keinen Politik-Abdecker mehr anwählen.

Schuljahr 2018/19:

In diesem Schuljahr gibt es nur Änderung für den 11. Jahrgang.

Ab sofort gibt es keine Noten mehr, sondern das Punktesystem (0-15Punkte) wie in Jahrgang 12 und 13.

15 Punkte stehen dabei für eine 1+, 14 für eine 1, 13 für eine 1- ,und so weiter bis man bei 0 Punkten ankommt, die für eine 6 stehen.

Künftig muss man in Jahrgang 11 nur drei von vier Naturwissenschaftenanwählen.

Man kann sich also zwischen Biologie, Chemie, Physik und Informatikentscheiden. Früher musste man Biologie, Chemie und Physik belegen und konnteInformatik zusätzlich machen.

Weiterhin kann man sich nun entscheiden, ob man Musik oder Kunstganzjährig macht oder jeweils ein halbes Jahr lang.

Wer seine Fremdsprachenpflicht erfüllt hat, muss in Klasse 11 einenWahlpflichtkurs belegen.

Schuljahr 2019/20:

Im nächsten Schuljahr gibt es nur Änderungen für dieQualifikationsphase.

Die Leistungskurse (Kurse auf erhöhtem Niveau) umfassen dann 5 Stundenbzw. 6 Stunden im Sport-LK. Die Grundkurse hingegen umfassen nur noch 3Stunden. Aktuell sind sowohl Leistungskurse als auch Grundkurse 4-stündig.

Werte und Normen bzw. Religion wird dann 3-stündig unterrichtet, aberauch nur noch zwei Semester lang.

Das Seminarfach wird 2-stündig bleiben, aber nur noch drei Semesterunterrichtet.

Man hat dann weiterhin die Möglichkeit anstelle einer mündlichenAbiturprüfung (P5-Prüfung) eine Präsentationsprüfung zu absolvieren.

Wir werden gespannt sein, inwiefern sich die Änderung aufunseren Schulalltag auswirkt!

Jan Podyma