IGS Linden brandheiß

Wandel muss sichtbar sein – Fotoausstellung

Von Anouk und Nele

Vom 13. Februar bis zum 15. April 2020 befindet sich eine Fotoausstellung zu der, von Schüler*innen der IGS-Linden organisierten, Aktion “Wandel muss sichtbar sein“ im Café Allerlei. Das Café Allerlei ist im Allerweg in Linden-Süd. Unter dem Motto „Wandel muss sichtbar sein“ trafen wir, die IGS-Linden, uns am 11. Dezember 2019 um eine riesige Menschenkette durch Linden zu bilden. Dies klappte allerdings nicht ganz so wie geplant und das Wetter hat leider auch nicht mitgespielt. Trotzdem haben wir es geschafft, eine Kette vom Lindener Marktplatz bis zum Küchengarten zu bilden, bei der die Schüler*innen eine eigene Lichtquelle und zum Teil auch Plakate und Banner bei sich trugen. Mit der Aktion wollten wir auf die aktuelle Klima- und Umweltproblematik aufmerksam machen, da die Politik viel zu wenig unternimmt und ein eigenes Zeichen für unsere Zukunft setzen.

Am 13. Februar fand im Café Allerlei die Ausstellungseröffnung statt bei der wir dabei waren. Dort sind Fotos von Fabian Dunst, Lino Blume, Sam Green und Can Enis Bekfila Vloglu ausgestellt, die Eindrücke von der Lichterkette wiedergeben. Die Ausstellung wurde wie die Aktion auch von Schüler*innen organisiert. Anwesend waren die Schulleitung, einige interessierte Lehrer*innen und Schüler*innen, Freunde und Verwandte. Die Veranstalter hielten Reden und es gab Sekt, Wein und Snacks.


Hättest du mitgemacht?

Von Anouk und Nele

Dieses Jahr führt die Theater-AG eine eigene Interpretation des auf Tatsachen beruhenden Romans „Die Welle“ auf, welches sie auf drei Szenen aufteilen. Während sich die Schauspieler mit dem Publikum über das Faust-Gelände bewegen, wird es mit aktuellen Themen und Problematiken, wie Faschismus, Gruppenzwang und dem Mitläufereffekt konfrontiert. In dem Stück spielt nicht nur die Theater-AG, in der sich Schüler von der 5. bis zur 13. Klasse befinden, mit, sondern auch der Oberstufenchor. Die Premiere wird voraussichtlich am 17. Juni stattfinden.

Am 13. Januar 2020 durften wir ihnen einen Besuch abstatten und haben ihnen beim Proben zugesehen. Als erstes haben die Schüler kleine Übungsszenen vorgetragen, die sie zuvor in Kleingruppen eingeübt hatten. Die Übungen sollen dem Zweck der Sprachausbildung und der Übung des Vortrages dienen.

Am Ende haben sie die erste Szene des Theaterstücks im improvisierten Klassenzimmer vorgestellt. Daraufhin entstand eine angeregte Diskussion mit vielen kreativen Ideen, um die Szene weiter auszubauen. Die älteren Schüler leiteten an und unterstützen die jüngeren, indem sie ihnen Tipps gaben.

Unser Eindruck ist, dass Schüler unterschiedlichster Altersgruppen motiviert dabei sind und Respekt vor den Anderen zeigen, wenn diese vortragen. Die Atmosphäre hier ist sehr entspannt und trotzdem sind die Schüler interessiert und mit Spaß dabei. Der große Altersunterschied spielt keine Rolle.


Das France-Mobil

von Amelie

An der Tafel in der Aula ist eine Frankreich- Deutschlandkarte angebracht und Cécile, die 23-jährige Vertreterin des „France-Mobils“ (Frankreich-Mobil), schreibt französische Sätze an das White-board, welche die typischen ersten Informationen enthalten. „Ich heiße…“, „Ich wohne in…“, „Ich bin… Jahre alt.“ und so weiter. Das France-Mobil besteht aus 12 Franzosen und Fransösinnen, die an deutschen Schulen die Sprache vorstellen. Zu uns wurde es geordert, da im letzten Jahr kein einziger Französischkurs im sechsten Jahrgang zu Stande gekommen ist. Unter anderem lag dies auch daran, dass zu besagtem Jahrgang überwiegend Spanischlehrer*innen zählen, und wahrscheinlich die französischen Vertreter*innen fehlten, um die Sprache anzupreisen… Um dort Initiative zu ergreifen, ist also Cécile von eben diesem France-Mobil engagiert worden, um die Sprache nahezubringen und um sie zu werben.

Vor der Tafel ist ein großer Dreiviertelkreis, wie sie sagt, aufgebaut, der in der Mitte genug Platz für ihr Programm bietet. Nun füllt sich der „Stuhldreiviertelkreis“ mit Schüler*innen des 5. Jahrgangs.

Cécile begrüßt sie auf Französisch und beginnt gut gelaunt, sich auf der fremden Sprache vorzustellen. So fremd ist sie allerdings gar nicht, denn den Großteil können die Zuhörer verstehen! Gerade, weil sie ihr Gesagtes mit Gesten untermalt und bei fragenden Gesichtern auch wiederholt. Cécile spricht hervorragend Deutsch, lernte die Sprache in der Schule, und nahm an Austauschprogrammen teil, doch hier kommt nur Französisch über ihre Lippen. Trotzdem bricht der Kontakt mit den Schüler*innen nie ab!

Mit zwei Spielen zeigt sie, wie viel Französisch man schon verstehen kann, obwohl einige bislang gar keinen Kontakt mit der Sprache hatten. Auch französische Musik begleitet dies. Hierbei zeigt sich, dass wir viel mehr verstehen, als gedacht, weil wir alle Menschen sind.

Bei einem der Spiele darf ich mitmachen, damit die zwei Teams die selbe Anzahl messen. In der Mitte des Dreiviertelkreises liegen laminierte Karten, bedruckt mit französischen Worten, die dem Deutschen ähneln. Zum Beispiel: „l’orange“- die Orange, „la guitar“- die Gitarre, „le parc“- der Park. Dazu findet sich auch ein passendes Bild, doch dieses gilt es zu finden. Es ist ein Memory-Spiel auf Zeit, bei dem das Team gewinnt, in dem zuerst jede*r ein passendes Paar in den Händen hält. Alle sind dabei und machen mit!

Am Ende steigt Cécile doch auf’s Deutsche um, damit alle wirklich verstehen, was sie noch zu sagen hat. Sie ermutigt zum Erlernen einer Fremdsprache, egal welcher. Spaß solle es machen, dann sei es nicht so schwer.

Jetzt gibt es noch eine Kommentar- und Fragerunde mit Fronçois, dem Handpuppenfrosch. Viele Fragen fanden sich zwar nicht, aber den meisten scheint es gefallen zu haben. Wer sich jedoch im kommenden Jahr für die Fremdsprache Französisch entscheidet, liegt noch im Dunkeln. Man darf aber hoffen, denn eine Vielfalt an Sprachen bringt auch eine Vielfalt an Kultur mit sich. Vielleicht gefällt die Sprache ja sogar so gut, dass nächstes Jahr ein „Spanisch-Mobil“ besorgt werden muss…

Später stelle ich Cécile noch ein paar Fragen. Ich darf sie duzen.

Ich erkundige mich, wie sie zu dem Projekt France-Mobil gekommen ist und sie antwortet, sie habe schon immer etwas mit den beiden Sprachen machen wollen. Da sie allerdings nach einem kurzzeitigen Projekt gesucht habe, weil sie sich nach dem Sommer ihrer Weiterbildung widmen wolle, habe das France-Mobil vom 1. September bis zum Sommer diesen Jahres gut gepasst.

Auf meine Frage, was ihr daran am meisten Spaß macht, sagt sie, dass sie von ihren Erfahrungen mit den deutsch-französischen Austauschprojekten wirklich begeistert gewesen sei und dies weiterempfehlen und ermutigen wolle, dabei mitzumachen.


Die Redaktion bekommt zu ihrer alljährlichen Weihnachtsfeier Besuch von den Schülerzeitungsveteranen Linus und Harrie.
Wir wünschen allen besinnliche Festtage!

Besuch aus Tansania – im Interview mit Redakteurin Amelie

v.l.n.r.: Haika Kisanga, Amelie Rode, Filbert Foya

Schon seit 2009 sind die Natiro Secondary School in Tansania und die IGS Linden Partnerschulen. Erst vor Kurzem hat unsere Schule einen Sponsorenlauf veranstaltet, dessen Einträge u.a. die Umstellung von Kohleenergie auf Gas in der Natiro Sec. School finanzieren soll.

Doch dies war nicht der Erste. Während der inzwischen 10-jährigen Partnerschaft wurden bereits zwei weitere Sponsorenläufe organisiert. Die beiden Schulen machen es möglich, an Austauschen teilzunehmen und an der IGS Linden kann man sich im Rahmen der Tansania-AG mit der Kultur des Landes befassen. Einige Lehrer und eine Lehrerin der Natiro Sec. School waren kürzlich zu Besuch. Sie konnten sich in den ca. zwei Wochen ihres Aufenthalts unter anderem ein Bild von unserer Schule sowie einigen Einrichtungen des öffentlichen Lebens im Umkreis machen.

Filbert Foya, einen der Lehrer aus Tansania, konnte ich für ein Interview gewinnen. Er unterrichtet dort Sport.

Ist die Schulbildung in Tansania gratis oder muss dafür bezahlt werden?
Es gibt zwei Schulsysteme. Für Privatschulen muss alles aus eigener Tasche bezahlt werden, bei den öffentlichen Schulen hingegen bloß ein kleiner Teil. Den Rest trägt der Staat.

Wie viele Schüler*innen besuchen die Natiro Secondary School?
Es sind ca. 260. Die IGS ist viel größer als die Natiro Secondary School.

Wie alt sind die Schüler*innen der Natiro Secondary School?
Sie sind zwischen 13 und 18 Jahren alt. Manchmal kommen sie zur Schule, wenn sie schon 14 sind, manchmal mit 13. Das ist ungefähr die Spannweite.
Anm.: Manchmal setzen die Schüler*innen auch für ein Jahr aus, um sich ihr Schulgeld zu erarbeiten. Deshalb sind in manchen Klassen größere Altersunterschiede.

Haben Sie Unterschiede zwischen Schule in Deutschland und Tansania bemerkt?
Ja! Gerade in der Unterrichtsweise. Die deutschen Schüler*innen sind entspannter und haben mehr Freiheiten. Außerdem kann im deutschen Unterricht jeder seine Meinung zum Thema äußern. In unserer Schule geht das nur bei ca. 50%. Die Klassen sind zu groß, als dass jeder drankommen könnte. Zu einer Klasse gehören mindestens 45 Kinder. Manchmal bis zu 60.
Aber die Klassen müssen so groß sein. Wir sind zu wenige Lehrer, ungefähr 13, und mehr Personal kostet auch mehr.

Hat die Natiro Secondary School auch eine Schülerzeitung?
Schüler*innen können Nachrichten rund um die Schule verfassen und sie dann im Flur aushängen. So kann sie jeder sehen. Oft ist es sehr interessant!

Wie sieht es mit der Meinungsfreiheit in Tansania aus?
Der Präsident ist sehr strikt. Auf den Straßen laufen häufig „Securities“ in zivil herum. Man erkennt sie also nicht. Teilweise nehmen sie die Gespräche auf.
Manches darf man sagen, manches lieber nicht. Die Hälfte der Bevölkerung akzeptiert das System, die andere Hälfte nicht. Einige sagen, er sei ein Diktator, andere nicht. Das ist so fifty fifty…

Was waren Ihre Gründe, Lehrer zu werden?
Zuerst wollte ich Arzt werden, war aber nicht wirklich gut in den wichtigen Fächern. Meine Lehrer haben meine Liebe zu Physik zerstört! Ich kann mir nicht erklären, wieso. Einige Lehrer*innen sind so unfreundlich zu Schüler*innen. Also wollte ich wenigstens andere Schüler*innen bei der Verwirklichung ihrer Träume unterstützen.
Wenn ich einen Schüler oder eine Schülerin sehe, denke ich: „Hey, das könnte mal ein Arzt/eine Ärztin, Ein Lehrer/eine Lehrerin oder ein Wissenschaftler/eine Wissenschaftlerin werden.“
Ich sehe dann die Zukunft der Schüler*innen!

Haben Sie eine Message für die Schüler*innen dieser Schule?
Ihr seid willkommen in unserer Schule in Tansania!
Es ist sehr spannend, andere Länder, nicht nur Deutschland oder Europa zu kennen. Es gibt so viel Vielfalt und Unterschiede.
In Deutschland sind Infrastruktur und Verkehrsnetz beispielsweise ziemlich gut.
Aber es gibt auch andere Situationen in anderen Ländern…


Die Oberstufenreform kommt!

Die Oberstufenreform. Viele Lehrer*innen sprechen oftmals über diesogenannte Oberstufenreform, aber was ist das eigentlich?

Vereinfacht gesagt, beinhaltet die Oberstufenreform einigeVeränderung, was die Oberstufe angeht. Damit ihr ausreichend über dieseÄnderung informiert seid, klären wir euch in diesem Artikel auf, was sichbereits im letzten Schuljahr (2017/18) geändert hat, was sich in diesemSchuljahr (2018/19) und was sich im nächsten Schuljahr (2019/20) an der Oberstufe ändert wird.

Dabei erklären wir auch konkret, was sich in der Einstiegsphase(Jahrgang 11) und in der Qualifikationsphase (Jahrgänge 12 und 13) geändert hatund noch ändern wird.

Schuljahr 2017/18:

Im letzten Schuljahr hat es nur Änderungen für die Qualifikationsphasegegeben.

Ab sofort muss man in Klasse 13 jeweils nur noch eine Klausur proSemester in den Prüfungsfächern schreiben. Somit schreibt man in Klasse 13 inden Prüfungsfächern nur noch zwei statt drei Klausuren.

Die zweite Änderung betrifft das Erdkunde-Profil. Zukünftig müssen dieSchüler*innen des Erdkunde-Profils keinen Politik-Abdecker mehr anwählen.

Schuljahr 2018/19:

In diesem Schuljahr gibt es nur Änderung für den 11. Jahrgang.

Ab sofort gibt es keine Noten mehr, sondern das Punktesystem (0-15Punkte) wie in Jahrgang 12 und 13.

15 Punkte stehen dabei für eine 1+, 14 für eine 1, 13 für eine 1- ,und so weiter bis man bei 0 Punkten ankommt, die für eine 6 stehen.

Künftig muss man in Jahrgang 11 nur drei von vier Naturwissenschaftenanwählen.

Man kann sich also zwischen Biologie, Chemie, Physik und Informatikentscheiden. Früher musste man Biologie, Chemie und Physik belegen und konnteInformatik zusätzlich machen.

Weiterhin kann man sich nun entscheiden, ob man Musik oder Kunstganzjährig macht oder jeweils ein halbes Jahr lang.

Wer seine Fremdsprachenpflicht erfüllt hat, muss in Klasse 11 einenWahlpflichtkurs belegen.

Schuljahr 2019/20:

Im nächsten Schuljahr gibt es nur Änderungen für dieQualifikationsphase.

Die Leistungskurse (Kurse auf erhöhtem Niveau) umfassen dann 5 Stundenbzw. 6 Stunden im Sport-LK. Die Grundkurse hingegen umfassen nur noch 3Stunden. Aktuell sind sowohl Leistungskurse als auch Grundkurse 4-stündig.

Werte und Normen bzw. Religion wird dann 3-stündig unterrichtet, aberauch nur noch zwei Semester lang.

Das Seminarfach wird 2-stündig bleiben, aber nur noch drei Semesterunterrichtet.

Man hat dann weiterhin die Möglichkeit anstelle einer mündlichenAbiturprüfung (P5-Prüfung) eine Präsentationsprüfung zu absolvieren.

Wir werden gespannt sein, inwiefern sich die Änderung aufunseren Schulalltag auswirkt!

Jan Podyma