Kunst und Kultur

Haste vielleicht ’n bisschen Kleingeld?

von Amelie

Wenn man durch die Straßen geht, begegnet man gar nicht selten Menschen, die „schnorren“. Vielleicht hast du schon mal ein paar Münzen da gelassen? Aber wer diese Menschen sind, das findet man normalerweise nicht heraus. Man nimmt sich selten Zeit, fremde Menschen zu entfremden. Vielleicht denkt man sich seinen Teil, vielleicht sieht man auch gar nicht hin. In beiden Fällen verpasst man etwas. Sicher gibt es die unterschiedlichsten Gründe, warum das Geld fehlt. Die folgenden Zeilen sind daher bloß ein kleiner Einblick. Ein paar Gründe von vielen. Ich habe mich mit Jan und Kautz, zwei tollen Menschen, unterhalten, jeder von ihnen hat seine eigene Geschichte und trotzdem sind sie doch Teil der jeweils anderen Geschichte. Nimm dir gerne etwas Zeit für diese Geschichten und lies weiter. Die Geschichten entfremden.

Jan und Kautz sind zwei Kumpels, deren Wege sich erst im Dezember 2019 gekreuzt haben. Sie tragen ihre Haare zu Irokesenschnitten -Kautz rot eingefärbt, Jan im natürlichen Braun. Sie sind Punker, aber Jan hört auch gerne Kuschel-Rock und für Kautz darf es auch mal Metal sein. Ab und zu greifen sie außerdem auf alte Bravo Hits-CDs zurück. Sie sitzen auf dem Boden, vor ihnen steht ein Pappbecher, der empfänglich für Münzen ist. Sie „schnorren“, sagen sie selbst. Sind zwei Freunde, die sich eine Wohnung teilen. Heute haben sie schon seit 20 Minuten den Posten vor Edeka bezogen, aber es ist keineswegs ihr Debut. Zwar mit Unterbrechungen, doch Jahre lang schon, treiben sie auf diese Weise Geld ein. Seit Dezember letzten Jahres gemeinsam. Als ich frage, wie sie sich kennengelernt haben, lacht Jan erstmal herzhaft los. Kautz antwortet, er sei eines Tages aufgewacht und da habe Jan plötzlich in seinem Bett gelegen. „Neeein! Es fing vorher an.“, widerspricht Jan und erzählt. Am 22. Dezember saß er vor der Sparkasse, gerade erst neu in Hannover angekommen, kannte niemanden, als Kautz ihn ansprach. Jan schlug vor, in die Innenstadt zu gehen, wo eine Essensausgabe stattfinden sollte. Vor Ort stellte sich heraus, dass Nonnen die Essensausgabe führten. „Prinzipiell okay.“, sagt Jan. Sie hätten Kekse und Kaffee bekommen. „Wär‘ auch okay gewesen.“, sagt Jan. Sie erfuhren, dass sie sich vorher die Weihnachtsgeschichte hätten anhören müssen. „Wir sind da rückwärts wieder raus!“, sagt Jan. Also gingen die beiden zu Kautz‘ Wohnung und kochten sich ein paar Nudeln. Danach war Jan so müde, dass er auf Kautz‘ Bett einschlief.

flurfunlken: Wie kam es dazu, dass das Geld fehlt?

Kautz erzählt von seiner Vergangenheit. Er wurde in einer Alkoholiker-Familie groß und probierte mit neun Jahren das erste Mal vom Bier. Er fand Gefallen daran. Bis heute. Kautz ist jetzt Rentner, aber da er sein ganzes Leben lang nicht wirklich einem Job nachgegangen ist, fällt die Rente dementsprechend dürr aus und besteht aus aus Sozialunterstützung. Also fehlt das Geld.

Beide sagen, sie nähmen jede Arbeit, die sie bekommen könnten. Wenn jemand Hilfe brauche, beispielsweise bei einem Umzug, seien sie gerne bereit, gegen Entlohnung zur Hand zu gehen.

Jan ist kein Rentner, er ist jünger. Bisher war er bereits in den unterschiedlichsten Berufsfeldern tätig. Zuerst machte er eine Ausbildung als Goldschmied, arbeitete auch schon als Gärtner, hat Gemüse geerntet und war Clown. Sein neuestes Projekt wird, mit etwas Glück, das Malen. Trotzdem reicht das Geld nicht. Daher ist er Mitbewohner in Kautz‘ Wohnung. Eigentlich hat Jan einen Unterstützungs-Scheck vom Staat in der Tasche, aber für dessen Einlösung ist ein Personalausweis von Nöten. Und diesen hat er bedauerlicher Weise gerade verloren. Und weil die Behörden Zeit für die daraus resultierende Bürokratie brauchen, liegt das Geld auf Eis.

flurfunken: Habt ihr schonmal schlechte Erfahrungen beim Schnorren gemacht?

Darauf erzählt Kautz von einer Begebenheit, als er noch in Köln ansässig war. Damals habe er wohl „den Falschen“ nach Geld gefragt, meint er. Er wurde brutal zusammen geschlagen. Als er nach einiger Zeit einsehen musste, dass mehr als ein Zahn beschädigt war, nahm er ein Taxi ins Krankenhaus und wurde behandelt. Der Kiefer war ihm kaputt getreten worden. In den folgenden Wochen konnte er nur noch Flüssignahrung zu sich nehmen und als einmal Sehnsucht nach Fleisch bestand, wurde dieses kurzerhand püriert, um gegessen werden zu können.

flurfunken: Bemerkt ihr Unterschiede, was das Verhalten der Menschen bezüglich der Corona-Situation angeht? Sind sie möglicherweise weniger bereit, Geld zu geben?

Nein, im Gegenteil, findet Kautz. Er erlebt die Menschen gerade rücksichtsvoller und aufmerksamer. Wenn nicht gleich viel, hätten sie mehr Geld als sonst bekommen, sagt er. Er glaubt, die Situation schweiße die Menschen enger zusammen und lasse empathischer werden. Auch Jan hat bisher gute Erfahrungen gemacht. Am Anfang der Kontaktbeschränkungen wohnte er gerade unter einer nahe gelegenen Brücke. Eine Zeit lang hatte ihm jemand jeden Morgen ein paar belegte Brötchen und einen Kaffee bereit gestellt.

flurfunken: Wie sieht euer Alltag aus?

Kautz schlägt vor, dass jeder den Alltag des anderen beschreibt, also fängt er an. „Der Jan wacht unter meinem Küchentisch auf. Der wollte immer Schmetterling werden.“ Jan ruft dazwischen: „Alter, du sollst den Alltag beschreiben!“ Aber Kautz lässt sich nicht stören. „Wacht aber immer wieder als Raupe auf, in seinem Kokon.“ Nach weiteren Abschweifungen erzählt Jan selbst weiter. Nach dem Aufstehen ist Essen die Grundlage des Tages. Dann geht er nach draußen und besorgt sich im Bücherschrank Lesestoff. Eigentlich liest er alles. Sachbücher, Thriller, Fantasy, Science Fiction, Schulbücher, normale Romane und vieles mehr. Nur Krimis mag er nicht. „Krimis sind scheiße.“, sagt er. Jan braucht das Lesen so sehr, dass er bei Büchermangel auch auf Beipackzettel von Medikamenten oder Rückseiten vom Wasserflaschen zurückgreift. Und schnell ist er dabei auch noch. Einen dicken Wälzer von 400 Seiten kann er sich so durchaus innerhalb eines Tages einverleiben. Den Tag über trinkt er am Liebsten Bier und liest.

Kurz und knackig beschreibt er nun Kautz‘ Alltag, aber dieser wendet nichts ein.„Aufstehen, pinkeln gehen, wieder ins Bett gehen, fragen: „Jan, kannst du mal Bier holen?“, Bier trinken, wieder ins Bett gehen, kiffen“ Und während Jan dann bereits draußen umher streift, stößt Kautz am Nachmittag hinzu und sie „schnorren“ zusammen für Essen und Bier. So gleicht sich ihr Tagesablauf an einander an und später abends hören sie zusammen bei Kautz Musik und spielen Mau Mau. Extrem viel Mau Mau. Zum ‚Runterkommen. Und was passiert am nächsten Tag? Ich glaube, da streifen Jan und Kautz ihren Kokon ab und werden zu Schmetterlingen.

Der Ausnahmekäfer

von Amelie

Würde es nicht auf die meisten Menschen zutreffen, beschriebe man sie als insektenscheu?

Egal, ob in Konfrontation mit Kakerlaken (Schaben), Heuschrecken, Käfern, Würmern (Wobei diese gar keine Insekten sind.)… So richtig willkommen sind die Tiere selten. Jedenfalls nicht in unserer Kultur, wohingegen sie in anderen Gesellschaften auf dem Speiseplan stehen. Doch tatsächlich gibt es eine Ausnahme.

Folgendes Beispiel: „Dir krabbelt da eine Kakerlake über den Arm.“ Darauf würde vermutlich eine andere Reaktion folgen als wenn man hörte : „Dir krabbelt da ein Marienkäfer über den Arm.“

Der Marienkäfer ist ein echter Ausnahmekäfer! Er hat aber auch großes Glück mit seinem Namen. Aufgrund seiner Nützlichkeit in der Landwirtschaft, in der er fleißig schädliche Blattläuse vertilgt, betrachteten ihn die Bauern als Geschenk der Jungfrau Maria. Wenigstens ist der Kakerlake ein eigenes Lied zu Gute gekommen. ‚La Cucaracha ‚… Das dürfte sie wohl kaum trösten!

Tatsächlich haben wir auch mit der Heuschrecke ein kompliziertes Verhältnis. Auch sie hat kein besonders großes Glück mit ihrem Namen. Man möge meinen, sie sei so schreckhaft oder man erschrecke sich vor ihr, doch eigentlich kommt der Name von dem althochdeutschen Wort ‚scricken ‚ für ‚springen ‚. Die Menschen, die unter einer Schreckenplage leiden und nichts von ihren Feldern ernten können, werden sich wohl nie mit ihnen anfreunden.

Aber auch von Würmern schwärmen die Meisten nicht. Was passiert wohl, wenn jemand sagte: „Dir kriecht da ein Wurm über den Arm.“? Dabei hat doch gerade der Regenwurm alles richtig gemacht! Er ist keine Plage, im Garten als Bodenauflockerer sogar ein echter Held, und sein Name kann vielleicht sogar mit dem des Marienkäfers mithalten. ‚Wurm‘ ist althochdeutsch für ‚der Sichwindende‘ .

Doch wieso ist gerade der Marienkäfer eine solche Ausnahme? Er gilt als Glücksbringer, hat schöne Farben und ist nicht braun, was viele vielleicht als ekelig empfinden. Außerdem ist er uns nützlich.

Vielleicht hat er aber auch einfach Glück gehabt. Wir Menschen scheinen ein Glücks-Faible für rote Dinge mit Punkten zu haben. Selbst den giftigen Fliegenpilz haben wir zu einem Glücksbringer erklärt! Allerdings nur, weil frühere germanische Krieger das Gift desselben in kleinen Dosen zu sich genommen haben, um im Kampf weniger Schmerzen zu spüren.

Die Kakerlaken gibt es beispielsweise schon länger als die Germanen, aber sie haben ja keine Punkte… Rund 330 Mio Jahre sind sie alt. Damit haben sie schon einiges überlebt und werden daher wahrscheinlich auch die Menschen überstehen. Nur werden sie vermutlich solange mit uns und wir mit ihnen auskommen müssen.

Bis dahin könnten wir versuchen, unseren Insekten-Mitbewohnern auf dieser Erde nochmal eine Chance zu geben, oder? Und bis wir das hinbekommen, bleibt der Marienkäfer der Ausnahmekäfer, den wir gerne auf unserem Arm herumkrabbeln lassen.

Das Telefontigern

von Amelie






Bei einem Telefonat, insbesondere bei einem wichtigen mit einer mehr oder minder fremden Person, geht man auf und ab, bleibt vor dem Fenster stehen, kritzelt mit einem Stift herum oder rauft sich das Haar. Besonders das Herumlaufen ist weit verbreitet.

Doch wieso tut man das? Bei einem normalen Gespräch von Angesicht zu Angesicht läuft man schließlich auch nicht hin und her. Ich denke, ein solches Gespräch lässt sich allerdings auch schwer mit einem Telefonat vergleichen. Es sind völlig andere Gegebenheiten

Sitzt oder steht man sich bei einem gewöhnlichen Gespräch gegenüber, blickt man seine/n Gesprächspartner*in meist an. So kann man seine/ihre Körpersprache beobachten. Dies tun wir vielleicht nicht bewusst, aber wir verhalten uns dennoch wie eine empfindlich ausschlagende Nadel.

Wir reagieren auf Stirnrunzeln, Lächeln, einen skeptischen Blick, wie jemand sitzt oder steht, erkennen, wann der andere zum Sprechen ansetzt, während man sich beim Telefonieren öfter ‚reinspricht.

Dies alles kann beim Telefonieren nur mit Worten vermittelt werden. Die Worte und der Tonfall werden hierbei noch wichtiger, weil sie das einzige sind, worauf man sich bei einem Telefonat konzentrieren kann. Dadurch geht eine Dimension verloren, die uns ansonsten hilft, Menschen einzuschätzen. Denn gerade bei Menschen, die man (noch) nicht so gut kennt, müssen wir erst herausfinden, wie sie auf Dinge reagieren.

Und dieses Unwissen über die Reaktion der eigenen Worte lässt uns nervös werden. Es treibt uns zum Herumtigern, um die Aufregung herunterzuschrauben. Die Kommunikation mit einem anderen Menschen kommt manchmal einem Auspegeln der Lautstärke gleich. Man passt sich in bestimmtem Rahmen an sein Gegenüber an, probiert aus, wie es reagiert.

Bei einigen Menschen tigert man allerdings auch nicht herum. Das sind meist die Menschen, welche man schon gut kennt, mit denen man viel Zeit von Angesicht zu Angesicht verbracht hat. Die, bei denen man ihre Reaktion bereits eingeschätzt hat, deren Körpersprache man manchmal sogar durch das Telefon sehen kann. Es sind die ganz Vertrauten, bei denen man nicht zum Tiger, sondern zur Katze wird.

Klokultur

Besonders ein Ort an der Schule bietet genügend Freiheit, seine Meinung kund zu tun. Auf der Toilette können sich anonyme Künstler*innen frei ausleben. Diesen Ort und diese Möglichkeit bezeichne ich als Klokultur.

Bei einem Rundgang durch die Mädchentoilette im F1 Bereich konnten die Verewigungen näher betrachtet werden. Während einer solchen Expedition lässt sich allerhand entdecken. An den Wänden der Kabinen sind zudem keinesfalls bloß grobschlächtige Ausrufe zu erkennen, tatsächlich wird sich sogar politisch geäußert.

„Eure Klimapolitik ist aussichtsloser als mein Abi.“, „Fck Nzs“ und „Fck climatechange“ sind Beispiele für anonyme Stellungnahmen in der Schultoilette. Außerdem wird sich mit „Jedes Geschlecht verdient Respekt.“ und „Hört auf, Menschen zu diskriminieren, bitte.“ auch für Gleichberechtigung ausgesprochen. Die Schultoiletten stellen, wie man sieht eine wichtige Leinwand für Meinungsbekenntnisse dar und machen einen großen Teil der Schulkultur aus. Dadurch, dass jede Mitteilung anonym bleiben kann, ist eine gewisse Freiheit gegeben.

Allerdings bestehen die schriftlichen Äußerungen nicht nur aus politischen Diskussionen. Die Wände sind auch mit Sprüchen wie „Was machst du gerade? Pipi?, Kaka?, Durchfall?“ verziert. Aber auch dieses amüsante Kunstwerk macht einen Teil unserer Klokultur aus. Mit dem Spruch: „Junge, wenn ihr hier schon scheißen geht, spühlt, ihr Spasten!!!“ wurden oft gedachte Gedanken in Worte gefasst.

Selbstverständlich steht auch eine Menge an den Kabinenwänden, bei dessen Anblick man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen könnte. Dazu gehören beispielsweise die ca. 17 Beleidigungen , welche in insgesamt sechs Kabinen gezählt wurden, doch auch hierzu findet sich ein Gegenstück. „Wenn du es liest… Du bist wunderschön! Und bleib wie du bist und verändere dich nicht für andere!“, ist an einer Wand verfasst.

Wenn man sich nun zur Jungentoilette begibt, die Klokultur der beiden Geschlechter zu vergleichen, stößt man auf überraschend große Unterschiede! Während auf dem Mädchenklo ein mehr oder weniger intellektueller Austausch stattfindet, gibt es auf den beiden Jungstoiletten im F1 Bereich lediglich 3 schriftliche Äußerungen, die aus Abkürzungen und englischen Formulierungen bestehen! Hier scheint der Klokultur weniger Bedeutung zugesprochen zu werden oder sie wird anders ausgelebt.

Dieser Artikel soll allerdings keinesfalls motivieren, die Toiletten mutwillig zu zerstören. Viel mehr appelliere ich an den Erhalt unserer Klokultur! In den neu renovierten Klos sollte ein Wandabschnitt völlig der Klokultur gewidmet werden, sodass diese erhalten bleibt und die Sanierungsarbeiten wertgeschätzt werden. Denn Kunst sollte nicht als Beschädigung, sondern als Bereicherung angesehen werden. Und Kunst sollte nicht beschädigen, sondern bereichern. von Amelie

„Frohe Weihnachten“ von der Movie-Maker-AG

Ein Weihnachtsgedicht

Von Linus S. aus der 13.7

Oh Weihnachtszeit, oh Weihnachtszeit
die Bahn, sie kommt nicht, wenn es schneit
ich komm zu spät zum Unterricht
doch int’ressieren tut’s mich nicht

Oh Weihnachtsbaum, oh Weihnachtsbaum
du rettest nicht vor dem Alptraum
den das Vorabi in sich trägt
bis 3 Uhr wach, erneut zu spät

Oh Weihnachtsmann, oh Weihnachtsmann
bald fangen uns’re Ferien an
ihn ihnen bin ich froh und heiter
doch danach geht die Hölle weiter

Oh Winterwunderferien
ich fall durch die Kriterien
die Noten waren zu fatal.
Naja, vielleicht beim nächsten Mal.

„Polarlichter“ von Julie

Der Trailer zu dem Film „Weinachten“[sic!] aus der Robotik-AG vom Produzentenduo „Nice“ sorgt für ordentlich Weihnachtsstimmung an der IGS Linden!


Antonia, Sophie und Paula aus der 5a als Weihnachtsmann, Rentier und der bekannte Weihnachtshund

Ein Weihnachtsgruß von der Arabisch-AG

Der Zauber des Kinos

Seit 1895 schon kann man sich am Kino erfreuen. Es hat also eine lange Vergangenheit und meiner Meinung nach auch eine Zukunft. Trotz der ständigen Verfügbarkeit von Filmen, die man inzwischen praktischerweise bei sich zu Hause laden kann, ist der Zauber des Kinos nicht verflogen.

Vorhang auf:

Wenn man sich in den leicht schräg gestellten Sesseln im Kinosaal niederlässt und noch mit einem Bein in der realen Welt steht, während Werbung auf der Leinwand gezeigt wird, so wird die Verbindung zu dieser Welt gekappt, wenn der Vorhang noch ein bisschen weiter aufgeht, nun die ganze Fläche offenbart, und die Beleuchtungen erlöschen.

Von Dunkelheit umhüllt, vom Licht der Leinwand angezogen, wie Motten, gleitet man in ein anderes Universum, das durch den Film aufgebaut wird und nicht gestört werden kann. Kein Geräusch eines vorbeifahrenden Autos, keine anderen Verpflichtungen, die den Filmkonsum stören könnten.

Eine Kinowerbung besagt: „Kino ist, wenn man sich morgens schon auf abends freut.“ Sofern man den Kinobesuch in diese Zeit gelegt hat, was eigentlich egal ist, da im dunklen Saal die Zeit in gewisser Weise still steht und die Uhren anders ticken. Die Gedanken an das „Reale“ verblassen, der Kopf wird leer, doch bevor die Leere bemerkt wird, ist sie mit dem Zauber des Kinos ausgefüllt.

Das leise Rascheln von Popcorn erinnert daran, dass man nicht alleine zwischen zwei Welten baumelt. Nicht nur die eigenen Augen blicken gebannt auf die Leinwand und trotzdem fühlt es sich an, als würde die Geschichte nur für dich erzählt werden. Als wärst du ein unsichtbarer Teil von ihr.

Am Ende dann der Abspann, bei dem man sich fragen kann, ob er einen Sinn hat. Ich würde sagen: „Allerdings!“ Für mich ist der Abspann nach dem Film enorm wichtig, auch wenn ich das früher als anders befand. Er holt einen mithilfe des aufflackernden Lichts zurück in die Zeit, in der Uhren normal ticken und ist ein wichtiger Bestandteil des Kino-Zauberspruchs.

Abspann:

Schließlich nimmt man ein Stück aus dem anderen Universum, ein Gefühl, eine Wahrheit mit in die „reale“ Welt und lässt es dort echt werden.

Reale Welt:

Der Begriff „Kino“ kommt gesagt laut Wikipedia von dem französischen Wort „Cinématographe“ (zu Deutsch: Kinematograph). Das französische Wort ist aus den beiden griechischen Wörtern „kinesis“- Bewegung und „graphein“- zeichnen zusammengesetzt. Dies bedeutet daher so viel wie „bewegtes Bild“, also Film.

Von Amelie


Musik der 70er-ABBA-

Und (m)eine Hommage an die Musik

“ Kennst du ABBA?“

„Ja, ich glaube. Sind die berühmt? Wie viele Abonnenten haben die auf Youtube?“

Diese Antwort gab mir tatsächlich vor kurzem ein Freund.

Darum hier erklärt, wer ABBA ist. Die schwedische Band ABBA (von ´72 bis ´82) wurde 1974 durch den Eurovision Song Contest, der damals noch unter dem Namen ´Grand Prix Eurovision de la Chanson´ bekannt war, berühmt, indem sie mit dem Song ´Waterloo´ gewannen.

Der Bandname, welcher auf der ganzen Welt in aller Munde war, setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der zwei Frauen Agnetha und Anni-Frid (Frida) sowie den beiden Männern Björn und Benny zusammen.

Die vier waren befreundete Paare, von denen alle Personen bereits in der Vergangenheit äußerst musikalische Leben führten und teilweise schon Solokarrieren hinter sich hatten. ABBAs Logo kennt man auch mit dem linken, umgedrehten B. Dies soll durch Zufall bei einem Fotoshooting entstanden sein und habe bei der Band Gefallen gefunden.

Quelle: https://www.mopo.de/hamburg/40–schweden-kult-abba–quiz-zur-tribute–show-in-hamburg-649664

Aber weg von den Fakten. ABBA war nicht nur ein Hörerlebnis! Auch den Augen wurde durch die ‚ausgefallenen‘ Kostüme der Band einiges geboten. Ob Plateauschuhe, Umhänge, bunte Paillettengewänder oder eng anliegende Glämmeranzüge, ABBA war ein farbenfrohes Feuerwerk!

Björn an der Gitarre, komponierte mit Benny zusammen, dessen Instrument das Klavier war, und das er virtuos beherrschte, die charakterstarken Lieder. Typisch für die sind beispielsweise die oft übereinander gelegten Stimmen, die zu einer besonderen Tiefe im Stück beitragen. Agnetha und Frida, welche die meisten der Songs sangen, brachten auf der Bühne dann zusätzlich noch bemerkenswerte Choreografien zu Stande. Allerdings hatten sie eine zuständige Choreografin, wie sie einmal in einem Interview preisgaben. Besonders sympathisch finde ich den häufig angewandten ‚Rechts-Links-Schritt‘, der auch im folgenden Video verwendet wird.

ABBAs Musik ist in jedem Sinne mitreißend! Man kann mittanzen, mitsingen oder sich, bei einem traurigen Lied wie ‚The Winner Takes It All‘, mit geschlossenen Augen in den Tönen verlieren.

Musik kann für einen Moment alles sein, was es gibt und einen bis zum Rand ausfüllen, manchmal auch überlaufen lassen…

‚Thank you For The Music‘ von ABBA heißt eine Hommage an die Musik, in der sich die Band für die Musik, die ihnen gegeben wurde, und überhaupt für die Existenz von Musik bedankt. […] Wer hat herausgefunden, dass ein Nichts ein Herz kapitulieren lassen kann? / So, wie es eine Melodie schafft… / Wer auch immer das war, ich bin ein Fan! […], heißt es da, wenn man es auf Deutsch übersetzt.

Tja, wer war das? Ich denke, die Musik hat sich selbst erfunden und sie wird sich immer wieder neu erfinden. Musik ist ein hörbar gemachtes Gefühl, das Gefühle manchmal auch erst hörbar macht. Wie ein Lachen oder Weinen… In ihr können wir einen Teil von uns wiedererkennen oder selbst erschaffen.

Hiermit möchte ich mich für die Musik und auch für ABBAs wunderbare Musik bedanken. Dreimal hoch mit ihr und möge sie alles ausfüllen und gelegentlich auch überschwemmen.

Übrigens hat der Youtube Kanal ABBA ca. 1,72 Mio. Abonnenten, falls euch die Frage noch bis zuletzt unter den Nägeln gebrannt hat.


Essen im Unterricht?

Die äußerst wichtige und zu recht oft diskutierte Frage, ob Schülern während des Unterrichts in geringem Maße die Nahrungsaufnahme gestattet, oder ob diese gänzlich und indiskutabel verboten werden sollte wird im Folgenden nun ein weiteres Mal erörtert.

Gegen diese Zuführung von Konsumgütern spricht natürlich die Entstehung von Geräuschen, welche vor allem von Menschen mit erhöhter Geräuschempfindlichkeit als frappierende Beeinträchtigung wahrgenommen werden. Offiziell wird ein konstantes Geräusch über 55 Dezibel als Belästigung eingestuft und rechtlich geahndet. Der lauteste aufgezeichnete Biss in einen Apfel lag bei 79 Dezibel und steht im Guinness Buch der Rekorde. Dieser wäre somit eindeutig eine Belästigung, wenn er konstant direkt neben dem Ohr ausgeführt werden würde.

Autoritätspersonen könnten sich in ihrem Status angegriffen sehen, da die Geräuschentstehung der Nahrungsaufnahme eine wichtige Aussage der Lehrkraft stören könnte.

In einer sozialen Gesellschaft sollte im Idealfall natürlich auf alle Mitglieder dieser Rücksicht genommen werden. Außerdem ist die Geruchsbildung bei Speisen, z.B. bei jenen, die Knoblauch oder sonstige stark riechenden Bestandteile haben, ein enormer Stressfaktor für Menschen mit ausgeprägter olfaktorischer Wahrnehmung. Gut riechende Nahrungsmittel hingegen könnten den unangenehmen Zustandes des Hungers, der später noch deutlicher ausgeführt wird und den Schüler des Öfteren im Unterricht verspüren, stärken.

Auch könnte bei Schülern und Schülerinnen , die einen Hang zur Hyperaktivität haben, durch den übermäßigen Konsum von Zucker ein hervortreten dieser durchaus stattfinden. Hyperaktivität beeinträchtigt den flüssigen Fortgang des Unterrichts, da diese dazu führt das die Konzentration sinkt und somit dem Unterricht nur schwer gefolgt werden kann.

Ein wichtiges Argument für das Konsumieren von Lebensmitteln im Unterricht bezieht sich allerdings auf eben diesen Zucker, welcher in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist. Glucose ist der Ausgangsstoff der Zellatmung, somit Grundlage für die Energiegewinnung und wird im Verlauf der Glykolyse, des Citratzyklus und der Atmungskette vollständig abgebaut. Hier bei entsteht ATP, welches auch als Energiewährung des Körper bezeichnet wird und maßgeblich an allen körperlichen Abläufen und Aktivitäten beteiligt ist. Die ATP-Moleküle werden nach der Gewinnung an Orte des Bedarfs transportiert, beispielsweise in den Bereich des Gehirns. Dort laufen die Prozesse nun aufgrund des energiereichen ATPs schneller ab, was zur Folge hat, dass die Schüler sich im Unterricht besser konzentrieren, schneller denken und ihre Aufgaben somit besser lösen können. In angemessenem Maße ist Zucker also enorm wichtig um eine vernünftige Unterrichtsverfolgung zu gewährleisten.

Auch die Kaumuskeln, welche beim Essen eine wichtige Rolle spielen, haben ihre Vorteile in Bezug auf die Leistungsfähigkeit im Unterricht. Forscher der englischen Northumbria University in Newcastle konnten beweisen, dass Das Kauen von beispielsweise Kaugummi die Blutzufuhr des Gehirns um bis zu 25 Prozent erhöht. Diese verstärkte Blutzufuhr sorgt dann wiederholt zu einer stärkeren Versorgung des Gehirns mit ATP und einer damit verbundenen höheren Konzentration und Aufmerksamkeit. Die Ursache vermuten Wissenschaftler in den ausgeprägten Kaubewegungen. Gerade wenn im Unterricht trockene Thematiken durchgenommen werden, die eine erhöhte Konzentration erfordern, ist es also wichtig diese zu Stärken.

Nicht förderlich für die Konzentration ist hierbei logischerweise der Hunger, welcher oftmals im Unterricht unterdrückt werden muss. Hierbei kommt es dann häufig zu Konzentrationsschwächen und einer daraus resultierenden abgeschwächten Produktivität, die durch die mangelnde Energie im Körper ausgelöst wird. Hinzu sind bei Hunger häufig Störgeräusche aus Richtung der Magengegend zu vernehmen. Diese stören das Unterrichtsgeschehen auf massive Art und Weise.

Um ein Kompromiss zu finden, könnte man im Unterricht in den Phasen, in denen der Geräuschpegel normalerweise bei über 55 Dezibel liegt das Essen erlauben, um die Geräuschbelästigung zu vermeiden. Ein Dezibelmesser wäre eine äußerst sinnvolle Anschaffung für den Unterricht. Zudem könnten Schüler und Lehrer gemeinsam eine „rote Liste“ mit verbotenen Lebensmitteln gestalten, um unangenehme Gerüche durch Nahrung zu vermeiden. Auch Nahrungsmittel mit hohem Zuckergehalt würden auf dieser platziert werden. Somit könnte man alle genannten Vorteile des Essens wahrnehmen. Dann bestünde eine Möglichkeit in der ein oder anderen Situation mal an einer Möhre zu knabbern und somit die Leistungsfähigkeit des Einzelnen zu steigern. In Klausuren ist ja genau aus den genannten Vorteilen das Konsumieren von verschiedensten Lebensmitteln gestattet, warum also auch nicht in einer Unterrichtsstunde diese Vorteile des Essens nutzen?

Antonia David und Carlotta Schaefer, po242


Stadtrandflair

Oh Vorstadt, wie sehr man dich doch lieben und zugleich hassen kann. Zwischen Einfamilienhäusern mit Garten und Sozialbau im DDR-Stil. Wo die Hecken gerader sind, als eine der Staatsgrenzen Afrikas und der Beton grauer ist, als die öden Witze Mario Barts. Wo der Rasen gepflegter, als die Frisur von Ursula von der Leyen ist und der Müll aus den Eimern quillt wie auf einem Festival. Wo die Fußmatten, die parallel zur Türschwelle gerichtet sind und lauter Gangster Rap vom Spielplatz dröhnt. Wo der Bankangestellte ein Haus hat und eine Familie sich 50m² teilen muss. Wo großbürgerliches Spießertum und sozialer Brennpunkt aufeinandertreffen. Wo der Tante Emma Laden der neben dem Marktgiganten bestehen muss. Wo der weite Blick auf die Felder und direkt aus dem Fenster auf Baubeton starrt. Wo große Industriehallen neben dem Gartenzwergsammler aufragen.

Die angenehme Stille und das Gefühl, allein zu sein.

Linus, P19